Tesla wird am 22. April nach US-Marktschluss seine Ergebnisse für das erste Quartal 2026 bekannt geben. Die Veröffentlichung erfolgt in einem komplizierten Moment — die Aktie hat sich erholt, aber die zugrunde liegenden Fundamentaldaten zeigen etwas anderes.
Tesla, Inc., TSLA
Die Q1-Auslieferungen beliefen sich auf 358.023 Fahrzeuge, ein Rückgang von 14% gegenüber dem Vorquartal und unter dem Wall Street-Konsens von etwa 370.000. Im Jahresvergleich entspricht das einem Rückgang von 7% gegenüber den 386.810 im Q1 2025 ausgelieferten Fahrzeugen.
Das verfehlte Auslieferungsziel ist nicht nur eine Zahl. Tesla produzierte im Quartal 408.386 Fahrzeuge, was eine Lücke von etwa 50.000 Einheiten hinterlässt, die in den Bestand gingen. Eine solche Diskrepanz wirft eine eindeutige Frage zur Nachfrage auf.
Der Street-Konsens rechnet mit einem EPS von 0,37 $ bei einem Umsatz von 22,71 Milliarden $. Refinitivs Smart Estimate ist vorsichtiger — 0,30 $ EPS bei 21,52 Milliarden $ Umsatz — mit einer prognostizierten Gewinnüberraschung von -20,6%.
Die Bruttomarge wird voraussichtlich zwischen 17% und 18% liegen. Sollte sie unter 17% liegen, wird die Rentabilitätsgeschichte schwieriger aufrechtzuerhalten, insbesondere angesichts des anhaltenden Preiswettbewerbs in China und der weiterhin bestehenden Rohstoffkostenbelastungen.
Die Investitionsausgaben sind die andere Zahl, die Investoren genau beobachten werden. Teslas Capex-Prognose für 2026 übersteigt bereits 20 Milliarden $, gegenüber etwa 8,5 Milliarden $ im Jahr 2025. Dies umfasst neue Fabriken und KI-Recheninfrastruktur.
Aber es gibt eine noch größere Zahl im Hintergrund. Terafab — Teslas geplante Ein-Terawatt-KI-Rechenanlage — war von dieser 20-Milliarden-Dollar-Zahl ausgeschlossen. Reuters und Bloomberg haben berichtet, dass Musks Team bereits mehrere Lieferanten kontaktiert hat, was darauf hindeutet, dass das Projekt über die Konzeptphase hinausgeht. Bei vollständiger Uferstellung könnte Terafab mittlere einstellige Billionenbeträge kosten.
Das ist eine Menge Spielraum, der aus einem Autogeschäft unter Margendruck finanziert werden muss.
Die Gewinnmitteilung wird wahrscheinlich von den Autonomie-Zeitplänen abhängen. Investoren wollen aktualisierte Prognosen zum kommerziellen Robotaxi-Rollout, FSD-Nutzungsdaten und Optimus-Stückökonomie.
Musk bestätigte letzte Woche, dass Tesla seinen KI5-Chip der nächsten Generation für selbstfahrende Fahrzeuge fertiggestellt hat. Er erklärte auch, dass der bestehende AI4-Chip leistungsfähig genug sei, damit die Full Self-Driving-Software menschliche Sicherheitsbenchmarks übertrifft. Die Tesla-Aktie stieg nach dieser Ankündigung um mehr als 7%.
Der Cybercab — Teslas speziell entwickeltes autonomes Fahrzeug — wird voraussichtlich noch in diesem Jahr auf den Markt kommen. Wie das Management seinen Produktionshochlauf im Gespräch darstellt, wird wichtig sein.
Die Analystenstimmung über 30 Bewertungen verteilt sich auf 13 Kaufempfehlungen, 11 Halteempfehlungen und 6 Verkaufsempfehlungen. Der Konsens lautet Halten, wobei die Skepsis auf der Verkaufsseite höher ist als typischerweise für eine Large-Cap-Aktie.
Bei der Bewertung wird Tesla mit etwa dem 364-fachen der nachlaufenden Gewinne gehandelt — etwa das 35-fache von Mercedes und das 52-fache von Volkswagen. Diese Prämie basiert auf der physischen KI-These, nicht auf dem Autogeschäft.
Tesla brach letzte Woche aus einem mehrmonatigen absteigenden Kanal aus und handelt bei etwa 395-400 $. Der 100-Tage-Durchschnitt bleibt mit -13,21% bärisch, was bedeutet, dass sich der breitere Trend noch nicht gedreht hat.
Das Gespräch am 22. April ist der nächste echte Test, ob das Management Zeitpläne und Finanzdaten an das anhängen kann, was bisher größtenteils eine Visionsgeschichte war.
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