Obwohl Analysten sich meist auf den Bitcoin-Kurs oder einzelne Altcoins konzentriert haben, nähert sich die Struktur der gesamten Krypto-Marktkapitalisierung im Januar einer wichtigen Grenze.
Anzeichen für eine schwächere Liquidität warnen davor, wie anfällig diese Struktur geworden ist.
Laut Daten von Newhedge lag das gesamte Handelsvolumen auf zentralisierten Krypto-Börsen im Januar bei etwa 1,1 Billionen USD. Davon entfallen mehr als 490 Milliarden USD auf Binance.
Was besonders auffällt: Wenn in den letzten Januartagen keine starke Erholung eintritt, wird dieses Handelsvolumen den niedrigsten Stand seit Juli letzten Jahres markieren. Der Rückgang des gesamten Marktvolumens zeigt deutlich, dass die Anleger immer vorsichtiger geworden sind.
Deswegen zögern viele Anleger mit dem Einstieg, obwohl viele Altcoins immer noch 70 bis 90 Prozent unter ihren Höchstständen liegen.
Ein weiteres Datenset von CryptoQuant bringt noch mehr Klarheit. Die Nachfrage von Kleinanlegern misst die kleinen On-Chain-Transaktionen (unter 10.000 USD). Dieser Wert ist seit August letzten Jahres stark gefallen.
Analyst Caueconomy sagte, dass das Risiko eines möglichen US-Regierungsstillstands zusammen mit Sorgen über den Yen-Carry-Trade dafür sorgt, dass Anleger vorsichtiger werden. Das Handelsvolumen und neue Investitionen sind dadurch gesunken.
Dazu kommt: Anleger gehen nicht nur vorsichtiger mit ihrem Kapital um, sondern scheinen auch ganz aus dem Markt auszusteigen. Daten zu Stablecoins zeigen diesen Trend.
Laut CryptoQuants Daten zur ERC-20-Stablecoin-Marktkapitalisierung ist das Stablecoin-Volumen im Januar gesunken. Auch die Stablecoin-Reserven auf Börsen sind deutlich zurückgegangen.
Die gesamte Menge der ERC-20-Stablecoins sowie der Bestand auf Börsen gelten als Kapital, das im Krypto-Markt „wartet“. Wenn beide Werte gleichzeitig sinken, bedeutet das, dass Geld wirklich aus dem Markt abfließt und nicht nur intern verschoben wird.
Die gesamte Krypto-Marktkapitalisierung ist im Januar unter 3 Bio. USD gefallen. Mehrere Analysten betonen, wie wichtig die Unterstützungszone um 2,86 Billionen USD ist. Sollte diese Grenze brechen, kann die Marktkapitalisierung noch weiter sinken.
TradingView-Daten zeigen zudem, dass die Marktkapitalisierung jetzt an eine Trendlinie kommt, die seit 2024 gehalten hat. Wenn der Kurs unter diese Linie fällt, könnte das einen neuen Bärenmarkt wie 2022 auslösen.
Die negativen Signale durch das sinkende Handelsvolumen und das Auszahlen der Anleger könnten folglich die Chance erhöhen, dass diese Trendlinie unterschritten wird.
Allerdings beginnt für den Markt nun auch eine Woche mit wichtigen makroökonomischen Ereignissen, die diese Entwicklung verändern könnten. Der US-Dollar hat das niedrigste Niveau seit vier Jahren erreicht, was vor allem an den erwarteten Zinssenkungen durch die Federal Reserve und neuer Unsicherheit in der Handelspolitik liegt.
In der Vergangenheit hat ein schwächerer Dollar Risiko-Anlagen wie Krypto gestützt, da so die weltweite Liquidität steigt und in USD gehandelte Anlageklassen für internationale Anleger attraktiver werden. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnte das ein Auslöser sein, um den aktuellen Kapitalabfluss zu drehen.
Der Weg nach vorn ist trotzdem unklar. Für eine dauerhafte Erholung braucht der Markt nicht nur gute Bedingungen im weltweiten Handel, sondern auch, dass wieder mehr private Anleger dabei sind und neue Zuflüsse von Stablecoins kommen. Beides ist bisher noch nicht passiert.
Die nächsten Tage sind sehr wichtig. Hält die Unterstützung bei 2,86 Billionen USD und bleiben die wirtschaftlichen Bedingungen gut, könnte sich der Markt beruhigen. Falls aber das Handelsvolumen weiter sinkt und Anleger weiter Geld abziehen, kann es zu einer stärkeren Korrektur kommen.
Der Beitrag Wie der starke Rückgang des Spot-Volumens im Januar die Krypto-Marktstruktur gefährdet erschien zuerst auf BeInCrypto - Krypto News.

