Die britische Werbeaufsichtsbehörde hat eine hochkarätige Marketingkampagne von Coinbase verboten und entschieden, dass die Anzeigen unverantwortlich andeuteten, Kryptowährung könnte helfen, die Lebenshaltungskosten des Landes zu bewältigen.
Die Advertising Standards Authority (ASA) kam zu dem Schluss, dass die Kampagne gegen Regeln zur sozialen Verantwortung verstieß, indem sie finanzielle Risiken zu einer Zeit weit verbreiteter wirtschaftlicher Belastungen verharmloste.
Die Entscheidung folgt auf 35 Benutzerbeschwerden und betrifft Coinbases Kampagne „Everything Is Fine", die laut der Aufsichtsbehörde nicht mehr in ihrer aktuellen Form erscheinen darf.
Die Kampagne wurde von der Werbeagentur Mother erstellt und im Juli 2025 gestartet. Sie konzentrierte sich auf ein zweiminütiges Video im Musical-Stil und drei prominente Plakate an stark frequentierten Orten, einschließlich der Londoner U-Bahn.
Die Anzeigen nutzten Satire, um das darzustellen, was die Kampagne als „Broken Britain" rahmte. Charaktere sangen fröhlich über schwere wirtschaftliche Probleme – wie die Unfähigkeit, sich Wohnraum zu leisten, oder steigende Lebensmittelkosten, einschließlich einer Zeile darüber, dass Eier „außerhalb des Budgets" seien, während im Hintergrund visuelles Chaos entstand, darunter ein geplatztes Abwasserrohr. Die Kampagne endete mit dem Slogan: „Wenn alles in Ordnung ist, ändere nichts."
In ihrer Entscheidung sagte die ASA, dass die Kampagne eine regulatorische Grenze überschritt, indem sie Humor nutzte, um risikoreiche Finanzprodukte auf eine Weise zu präsentieren, die anfällige Zielgruppen irreführen könnte.
Die Aufsichtsbehörde argumentierte, dass die Anzeigen finanzielle Risiken verharmlosten und komplexe und volatile Produkte als einfache oder offensichtliche Reaktion auf wirtschaftliche Not erscheinen ließen. Sie stellte auch fest, dass die Materialien keine ausreichenden Risikowarnungen enthielten, eine Anforderung nach britischen Werberegeln für Krypto-Werbung, die Volatilität und potenzielle Verluste klar kommunizieren müssen.
Entscheidend ist, dass die ASA den Kontext bemerkte, in dem die Anzeigen erschienen. Da viele Verbraucher finanziellen Stress erleben, wurde die Andeutung, dass Krypto Erleichterung bieten könnte, als besonders problematisch angesehen. Die Aufsichtsbehörde sagte, dies berge das Risiko, Verwundbarkeit auszunutzen, indem eine unbewiesene Lösung für reale wirtschaftliche Belastungen vorgeschlagen wird.
Coinbase wies die Charakterisierung der ASA zurück und verteidigte die Kampagne als absichtlich satirisch und „zum Nachdenken anregend". Das Unternehmen argumentierte, dass das übertriebene Musical-Format deutlich machte, dass die Botschaft nicht wörtlich gemeint war und dass die Anzeigen keinen direkten Aufruf zum Kauf von Kryptowährung enthielten.
Coinbase-CEO Brian Armstrong hat zuvor britische Werbebeschränkungen kritisiert, nachdem die Kampagne von Clearcast, der britischen TV-Werbeaufsichtsbehörde, für die Fernsehausstrahlung blockiert wurde. Damals beschrieb Armstrong die Entscheidung als „Zensur" und deutete an, dass die Ablehnung Unbehagen über die Kritik der Kampagne am bestehenden Finanzsystem widerspiegelte.
Die ASA hat angeordnet, dass die „Everything Is Fine"-Anzeigen nicht wieder in ihrer aktuellen Form erscheinen dürfen. Sie wies auch CB Payments Ltd, Coinbases britische Einheit, an, sicherzustellen, dass zukünftiges Marketing nicht impliziert, dass Kryptowährung ein Heilmittel für weit verbreitete finanzielle Schwierigkeiten ist.
Die Entscheidung unterstreicht die zunehmend strenge Haltung des Vereinigten Königreichs zur Krypto-Werbung, insbesondere dort, wo Botschaften mit der Verwundbarkeit von Verbrauchern zusammentreffen. Während Satire zulässig bleibt, ziehen die Regulierungsbehörden eine klare Grenze: Krypto-Werbung darf digitale Vermögenswerte nicht als Antwort auf wirtschaftliche Not darstellen und muss Risiken jederzeit klar kommunizieren.
Der Beitrag UK Watchdog Bans Coinbase Ads for Linking Crypto to Cost-of-Living Crisis erschien zuerst auf ETHNews.

