Die Europäische Zentralbank (EZB) ist in die finale Phase der „Vorbereitungsphase" für den digitalen Euro eingetreten, während der Gesetzgebungsrahmen sich der Fertigstellung nähertDie Europäische Zentralbank (EZB) ist in die finale Phase der „Vorbereitungsphase" für den digitalen Euro eingetreten, während der Gesetzgebungsrahmen sich der Fertigstellung nähert

EZB tritt in die finale Phase der Einführung des digitalen Euro ein

2026/02/09 11:44
4 Min. Lesezeit

Die Europäische Zentralbank (EZB) ist in die Endphase der „Vorbereitungsphase" für den digitalen Euro eingetreten, während der Rechtsrahmen im Europäischen Parlament kurz vor dem Abschluss steht.

Da wichtige Entscheidungen nun durch die Gesetzgeber laufen, positioniert die EZB den digitalen Euro nicht als Bedrohung für Geschäftsbanken, sondern als öffentliche digitale Alternative zu privaten Zahlungsnetzwerken, die von Unternehmen wie Visa, Mastercard und PayPal dominiert werden.

Anstatt das Projekt als Kryptowährung oder Anlageinstrument zu rahmen, betont die EZB weiterhin, dass der digitale Euro als digitales Bargeld funktionieren soll – eine direkte Erweiterung des souveränen Geldes in eine zunehmend bargeldlose Wirtschaft.

Digitales Bargeld in einer bargeldlosen Wirtschaft

Im Kern der Argumentation der EZB steht die Idee, dass die Europäer allmählich den Zugang zu „öffentlichem Geld" verlieren, da die Nutzung von physischem Bargeld zurückgeht. Der digitale Euro soll diesen Zugang in elektronischer Form bewahren.

Eines der bemerkenswertesten Merkmale, das 2026 getestet wird, ist die Offline-Zahlung. Diese würde es Nutzern ermöglichen, Geld direkt zwischen Geräten ohne Internetverbindung zu übertragen und damit die Privatsphäre und Widerstandsfähigkeit von physischem Bargeld eng nachzubilden. Offline-Transaktionen wären für die EZB nicht sichtbar und würden ein Maß an Anonymität bieten, das mit Münzen und Banknoten vergleichbar ist.

Darüber hinaus würde der digitale Euro den Status eines gesetzlichen Zahlungsmittels erhalten, was bedeutet, dass Händler in der gesamten Eurozone verpflichtet wären, ihn zu akzeptieren. Dies unterscheidet ihn deutlich von Kryptowährungen oder Stablecoins, die optionale und privat ausgegebene Instrumente bleiben.

Strategische Autonomie und Zahlungsresilienz

Die EZB betrachtet den digitalen Euro auch als strategische Antwort auf Europas Abhängigkeit von nicht-europäischer Zahlungsinfrastruktur. Derzeit stützt sich ein großer Anteil der digitalen Transaktionen in der Eurozone auf US-amerikanische Netzwerke.

Durch die Einführung einer souveränen Zahlungsschiene, die innerhalb Europas betrieben wird, möchte die EZB die Exposition gegenüber geopolitischen Risiken verringern. Im Falle von technischen Ausfällen, Sanktionen oder Störungen, die ausländische Zahlungsanbieter betreffen, würde der digitale Euro als vollständig europäisches Rückfalllsystem dienen.

Kostenreduzierung ist ein weiteres erklärtes Ziel. Ein einheitlicher öffentlicher Zahlungsstandard könnte die Transaktionsgebühren senken, die europäische Händler derzeit an internationale Vermittler zahlen, insbesondere für kleinere Einzelhandelszahlungen.

Eingebaute Schutzmaßnahmen gegen Bankenstörungen

Um eine Destabilisierung des traditionellen Bankensystems zu vermeiden, hat die EZB strenge Designbeschränkungen für den digitalen Euro skizziert.

Individuelle Guthaben werden voraussichtlich begrenzt, wahrscheinlich zwischen 3.000 € und 5.000 € pro Nutzer. Jeder Betrag, der diese Grenze überschreitet, würde automatisch auf ein verknüpftes Geschäftsbankkonto umgeleitet. Dieser Mechanismus soll großangelegte Transfers von Einlagen weg von Banken in Stresszeiten verhindern.

Der digitale Euro wird auch keine Zinsen zahlen, was sicherstellt, dass er ausschließlich als Tauschmittel und nicht als Sparprodukt fungiert. Dies beseitigt direkte Konkurrenz zu Bankeinlagen und begrenzt Anreize für langfristige Hortung.

In Bezug auf den Datenschutz hat die EZB bekräftigt, dass sie keine individuellen Transaktionen verfolgen wird. Offline-Zahlungen würden vollständige Anonymität bieten, während Online-Transaktionen pseudonymisierte Daten verwenden würden, um zu verhindern, dass die Zentralbank persönliches Ausgabeverhalten überwacht.

Der Bodenbildungsprozess von Bitcoin ist möglicherweise noch nicht abgeschlossen

Digitaler Euro versus Bitcoin

Die EZB hat darauf geachtet, den digitalen Euro von Krypto-Assets zu unterscheiden, die sie weiterhin als spekulative Instrumente klassifiziert.

Während Bitcoin als dezentraler, marktgesteuerter Vermögenswert mit transparenten On-Chain-Daten operiert, wird der digitale Euro zentral ausgegeben, eins zu eins an den Euro gekoppelt und für Stabilität und tägliche Zahlungen optimiert. Die beiden Systeme erfüllen grundlegend unterschiedliche wirtschaftliche Rollen und sind nicht für direkten Wettbewerb konzipiert.

Was als Nächstes kommt

In der Woche vom 09. bis 13. Februar wird erwartet, dass der Ausschuss für Wirtschaft und Währung des Europäischen Parlaments (ECON) eine wichtige Anhörung zum „Einheitswährungspaket" abhält. Diese Sitzung sollte endgültige Designentscheidungen klären, einschließlich Haltegrenzen und des genauen Einführungszeitplans.

Wenn der Gesetzgebungsprozess auf Kurs bleibt, peilt die EZB ein öffentliches Startfenster Ende 2026 oder Anfang 2027 an, was einen bedeutenden Wandel in der Funktionsweise von öffentlichem Geld im digitalen Zeitalter markiert.

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