Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin und Krypto-Analyst c-node haben die Diskussion über den eigentlichen Zweck von DeFi neu entfacht.
Zusammen fordern die beiden Experten die Branche auf, ihre Prioritäten zu überdenken.
Laut den Experten geht es bei einem Großteil des heutigen Hypes eher um schnelle Spekulationen als um einen echten Fortschritt der DeFi-Infrastruktur.
Gewöhnliche Strategien zur Ertragsgenerierung – wie das Einzahlen von USDC in Lending-Protokolle – werden von ihnen als „Cargo-Kulte“ abgetan. Solche Praktiken ahmen den Erfolg von DeFi lediglich nach, ohne dessen ursprüngliche Werte zu vertreten.
Der Analyst betonte zudem, dass andere Chains Schwierigkeiten haben könnten, den DeFi-Boom auf Ethereum zu wiederholen. Frühe ETH-Nutzer waren fest von Selbstverwahrung überzeugt, während neue Ökosysteme oft von VC-Fonds mit institutionellen Verwahrstellen dominiert werden.
Buterin hielt dagegen und lieferte zudem eine breitere Sicht darauf, was als „echtes“ DeFi gilt. Laut dem russisch-kanadischen Entwickler zählen algorithmische Stablecoins dann als wirklich dezentral, wenn sie überbesichert oder so strukturiert sind, dass das Gegenparteirisiko verteilt wird.
Der Ethereum-Mitgründer kritisierte zudem beliebte Strategien mit USDC und meinte, dass das bloße Einzahlen von zentralisierten Stablecoins in Lending-Protokolle nicht den DeFi-Kriterien entspricht.
Neben technischen Definitionen erklärte er zudem seine langfristige Vision: Weg von Systemen auf Dollar-Basis, hin zu verschiedenen Recheneinheiten, die mit dezentralen Sicherheiten gedeckt sind.
Die Diskussion macht zudem einen tieferen ideologischen Unterschied in Krypto deutlich:
Nachfolgende Kommentare im Thread verstärkten dieses Spannungsfeld. Einige finden, dass man mit DeFi – auch mit zentralen Assets – trotzdem weniger Mittelsmänner braucht, was das Risiko für das gesamte System verringern könnte.
Andere stimmen der strengeren Sichtweise von c-node zu und sagen voraus, dass sich am Markt langfristig Protokolle durchsetzen, die auf Selbstverwahrung setzen und nicht auf Mischsysteme oder Fiat-Stablecoins.
Diese Debatte dürfte auch die nächste Phase des Krypto-Bereichs prägen. Denn Ethereums Moment im DeFi-Bereich, den vor allem idealistische Pioniere angetrieben haben, unterscheidet sich deutlich von anderen Chains, in denen Investoren vor allem auf Bequemlichkeit setzen statt auf Dezentralisierung.
Gleichzeitig deutet Buterins Forderung nach überbesicherten algorithmischen Stablecoins und vielfältigen Indizes darauf hin, dass der Bereich sich vom aktuellen Fokus auf Dollar-Stablecoins weg entwickeln könnte.
Wenn DeFi in das zweite Jahrzehnt geht, wird zudem klar: Im Mittelpunkt stehen nicht mehr nur Renditen und Liquidität.
Die Diskussion dreht sich stattdessen mehr um die entscheidenden Grundwerte, also um Verwahrung, Dezentralisierung und Risikoverteilung.
Das führt zu der Frage, ob DeFi wirklich eine Alternative zu klassischen Finanzsystemen werden kann oder ob es nur ein ausgeklügeltes Werkzeug für Krypto-Spekulanten bleibt.
Der Beitrag Vitalik Buterin: „Die meisten DeFi-Projekte sind Täuschung“ – Das ist wirklich wichtig erschien zuerst auf BeInCrypto - Krypto News.

