Eine neue geopolitische Zuspitzung im Iran-Konflikt erschüttert am Wochenende den Kryptomarkt: Bitcoin (BTC) rutschte in Richtung 63.000 US-Dollar, nachdem die USA gemeinsam mit Israel Militärschläge gegen den Iran gestartet hatten.
Mit geschlossenen Börsen verlagerte sich die Reaktion auf die rund um die Uhr geöffneten Kryptomärkte. Der Bitcoin-Kurs bildete die Unsicherheit als erstes in Echtzeit ab.
US-Präsident Donald Trump bestätigte in einer Videoansprache umfangreiche Luftschläge innerhalb des Irans. Ziel der Operation sei die nukleare Infrastruktur gewesen. Am Ende seiner Ansprache forderte er die iranische Bevölkerung auf, die amtierende Regierung zu stürzen.
Israels Verteidigungsminister Israel Katz erklärte unmittelbar einen landesweiten Ausnahmezustand. Ein US-Regierungsvertreter bestätigte zudem die Beteiligung amerikanischer Streitkräfte an den Angriffen.
Am Kryptomarkt folgte die Reaktion umgehend. In der Samstags-Session fiel Bitcoin unter 64.000 US-Dollar und verlor binnen Stunden rund 3 Prozent. Zwischenzeitlich lagen die Tagesverluste bei fast 4 Prozent. Damit erreichte BTC das tiefste Niveau seit dem 5. Februar, als der Kurs im Zuge des damaligen Crashs kurzzeitig unter 60.000 US-Dollar gerutscht war.
Der Bitcoin-Kurs fiel deutlich unter die 64.000-US-Dollar-Marke und stabilisiert sich derzeit bei rund 63.533 US-Dollar. Quelle: CoinMarketCap
Mit dem Rücksetzer zogen auch die Liquidationen an. Innerhalb von vier Stunden summierten sie sich Daten von Coinglass zufolge auf mehr als 250 Millionen US-Dollar, eine panikartige Kettenreaktion blieb jedoch aus. Der Markt geriet unter Druck, blieb aber strukturell geordnet.
Wochenend-Eskalationen folgen im Markt einem bekannten Ablauf. Während Aktien und Anleihen nicht gehandelt werden können, läuft der Kryptomarkt weiter. Bitcoin ist damit eines der wenigen großen, durchgehend liquiden Assets, das sofort auf neue Risiken reagiert.
Die jüngste Eskalation erhöht die Gefahr eines breiteren regionalen Konflikts in einer wirtschaftlich sensiblen Region. Vorausgegangen waren wochenlange US-Militärbewegungen und stockende Verhandlungen über das iranische Nuklearprogramm.
The Kobeissi Letter verwies in einem Post auf X zudem auf eine ähnliche Situation im Jahr 2025, als eine Iran-Offensive ebenfalls unmittelbar starke Volatilität in Krypto und anderen Risikoassets auslöste.
Hinzu kommt das Timing: Der Markt bewegt sich in die letzten Stunden vor dem Februar-Monatsclose, nachdem zuvor der Versuch gescheitert war, Bereiche nahe 70.000 US-Dollar zurückzuerobern.
Die Bewegung Richtung 63.000 US-Dollar unterstreicht die Rolle von Bitcoin als erstes handelbares Risikoasset bei geopolitischen Schocks. Über 250 Millionen US-Dollar an Liquidationen zeigen, wie schnell sich Spannung im System entlädt.
Solange klassische Märkte geschlossen sind, fungiert BTC als unmittelbarer Indikator für Risk off. Die eigentliche Frage wird sein, ob sich diese erste Reaktion mit Öffnung der traditionellen Märkte verstärkt oder relativiert.


